Piemont

ein klitzekleiner Reiseführer.

Beste Reisezeit April

Zutaten

4 Freunde mit einer gut funktionierenden Leber
1 Volvo mit großem Kofferraum
wenig Reisegepäck, Anmerkung der Redaktion: “Nur ein Paar Schuhe!”

Am Abend vor Reisebeginn Picanha grillen und mit einem Frühburgunder vom Weingut Peter Kriechel die bevorstehende Reise einläuten.

Um 23:00 Uhr spätestens! ins Bett.
Den Wecker für 03:30 Uhr stellen und den Motor des Volvos um Punkt 04:00 Uhr starten. Frankreich ansteuern und den Sonnenaufgang bewundern.

Dort wartet das weltbeste Schoko-Croissant um ca. 08:30 Uhr. So schnell kann man gar nicht auf den Auslöser drücken wie das verputzt ist.

Sich die Laune am San Bernardino Pass/Tunnel nicht durch lange Wartezeiten verderben lassen, sondern zu “Dragostea Din Tei” von O-Zone im Auto abgehen. Welches man nur aus DIESEM Grunde auf seinem IPod gespeichert hat.

Im Aosta-Tal angekommen, eine Pizza essen und den ersten Anflug von Urlaubsgefühl geniessen. Um dieses Gefühl noch zu verstärken, hält man auf dem Weg zur Unterkunft in Castellinaldo immer wieder an, steigt aus und erfreut sich an der Landschaft.

Im “Il Borgo” das Gepäck ausladen, die Zimmer begutachten, für gut befinden und nach Alba düsen. Kurz vor dem Abendessen die erste Flasche Moscato d’Asti in einer netten Bar leeren. Dann zu “Da Ugo” schlendern, der einem ein paar Trüffel mehr auf die Pasta reibt und man nicht einmal im Ansatz mit der Wimper zuckt, wenn die Rechnung kommt.

Denn es ist Urlaub!

Mögliche Ausflugsziele

Weinprobe beim Winzer

Vor Reisebeginn hat man sich natürlich schon ausführlich erkundigt, welche Weingüter interessant sind.

Die Redaktion empfiehlt: Weingut Pace, Weingut Dosio und das Weingut Hilberg Pasquero.

Der Winzer an sich nimmt immer gerne Besuch entgegen. Befindet er sich gerade auf dem Markt, im Weinberg oder beim Mittagessen, sobald der Volvo auf den Hof rollt und er von der Verwandtschaft durch modernste Technik oder durch eine Glocke herbeigerufen wird, steht er parat und führt einen sofort in die heiligen Hallen, den Weinkeller.

Kaum hat man sich versehen wird die erste Flasche entkorkt, eine Packung Grissini aufgerissen oder ein Ziegenkäse in mundgerechte Stücke zerteilt.
Kurze Zeit später hat man ein seeliges Lächeln auf den Lippen.

Die Käserei

Direkt nach einem opulenten Frühstück oder einem Besuch in der Caffé-Bar

ins Auto springen.

Damit man auf dem Weg zur Käserei auch allerhand vom Piemont zu sehen bekommt, wählt man die Landstraße und nicht die Autobahn. Im Vergleich: Autobahn = 1 Stunde zu Landstraße = 3 Stunden.

Angekommen stellt man dann fest das die Käserei aufgrund eines Feiertages geschlossen hat und in dem dazugehörigen Käserestaurant alle Plätze für die nächsten 365 Tage reserviert sind. Dadurch lässt man sich nicht entmutigen, denn allein der Weg dort hin hat sich schon gelohnt.
Nun schnell umdisponieren.
Ab ans Meer, dort ist es ohnehin viel schöner.
Beschleicht einen ein leichtes Hungergefühl – ignorieren!
Jedes Restaurant auf dem Weg zum Meer ist entweder geschlossen oder es ist kein Platz mehr frei. Aber Obacht, dass soll so sein. Am Meer wartet nämlich eine kleine italienische Mamma in ihrem Strandpavillon, die sobald man sich hungrig sein Bäuchlein in kreisenden Bewegungen reibt und den Hundeblick aufsetzt, den Kochlöffel schwingt und die wohl beste Pasta con Pesce zaubert, die man je gegessen hat bzw. essen wird.

Abends geht man an der Promenade spazieren,

lässt alles stehen und liegen,

und rennt in der Ungerbotz ins Meer.

Man lebt nur einmal…

Besuch in Barolo und das Restaurant am Ende des Universums

Taschenmesser einpacken.

Zu einer Reise in den Piemont gehört selbstverständlich auch ein Ausflug nach Barolo. Hier lockt das vielversprechende, jedoch alles schuldig bleibende, ViMu – Museo del Vino. Die 4 x 7 Euro sparen und dafür lieber einen guten Wein kaufen

und sich diesen am Fuße des Castellos mit Salumi und leckerem Käse einverleiben. Hier kommt auch das gute Opinell-Taschenmesser, aus Olivenholz, zum Einsatz. Danach schlendert man noch etwas durch die Gässchen von Barolo.

Bevor man die Reise zum Restaurants am Ende des Universums antritt, macht man einen Abstecher nach Mango.
Dort steht man zum wiederholten Male vor den verschlossenen Türen eines Moscato-Winzers. Hier gibt es keine hilfsbereiten Verwandten und auch keinen Hof auf den man mit seinem Volvo rollen kann. Da man bis zum letzten Tag nicht aufgibt den Winzer doch noch zu erreichen und kläglich scheitert, kauft man sich nun in einer ortsansässigen Vinothek eine Flasche Moscato d’Asti mit einem 300%-igem Aufschlag, um diese auf einem kleinen Hügel mit einer wunderschönen Aussicht geniessen zu können.

Der Keks, der morgens in einer kleinen Bäckerei in Alba gekauft wurde, macht das Glück perfekt.

Jetzt macht es einem auch nichts, wenn mehrere Serpentinen auf und ab und wieder zurück gefahren werden, auf der Suche nach dem Restaurant am Ende des Universums. Dieses erscheint dann urplötzlich aus dem Nichts.

Hier wird eine abnorme Menge und Anzahl an Speisen in kürzester Zeit gereicht. Alles natürlich “Slow-Food”, etwas anderes käme nicht in Frage.

So muss der Himmel sein, Piemont!

Fotos und Artikel_Herr und Frau Klitzeklein

Ein Hochzeitstag zum verlieben

an der Mosel.

Das Wetter wie bestellt und verliebt wie am ersten Tag.

Am ersten April hatten Herr Klitzeklein und ich nicht nur unseren zweiten Hochzeitstag, sondern auch unseren 16ten Jahrestag.
Ja, richtig gerechnet, ich war 15 und Herr Klitzeklein 14 3/4. Ist das verrückt?
In dem Alter denkt man ja nicht wirklich daran, den Mann seines Lebens kennenzulernen.

Das er DER Mann meines Lebens ist, hat er am Freitag mal wieder bewiesen.
Ich wusste nur, daß sich in meinem Reisegepäck ein Paar Wanderschuhe und ein etwas schickeres Outfit befinden sollten.
Als ich dann von der Arbeit kam ging es los. Richtung unbekannt.

Nach ca. zwei Stunden Fahrt betraten wir den “Trabener Hof” im wunderschönen Moseltal und speisten kurze Zeit später in der Cavallerie.

Neben Steinpilzcappuccino, Eifler Ur-Lammrücken mit Minzjoghurt und gefüllter Zwiebel mit Babaganoush (für mich), gebratenem Forellenfilet mit schwarzer Pasta und Fenchel (für Herr Klitzeklein) und zum Nachtisch Apfel in Riesling pochiert mit Vanille beurre blanc und Calvados Eiscreme gab es noch einen Gruß aus der Küche und seeeehr leckeren Wein und Wasser. *gleich mehr dazu
Satter konnte ich nicht sein.
Geleitet wird das Restaurant übrigens von Luise Rohner, die uns einige Tipps über die Region für den nächsten Tag gab und durch Ihre herzliche Art den Abend noch netter machte, als er ohnehin schon war.

Der nächste Morgen begann mit warmen, knusprigen Brötchen, einem Gläschen Sekt und strahlend blauem Himmel.
Wie bestellt.

Nach dem Frühstück machten wir ausfindig, wo man das Wasser und den Wein kaufen kann, den wir am Abend zuvor getrunken hatten.

Sind das nicht die wohl schönsten Wasserflaschen, die ihr je gesehen habt?

Im Mai 1974 lief die letzte Flasche “Trarbacher Felsenquelle” vom Abfüllband. Eine lange Tradition ging damals zu Ende, und niemand hätte damals gedacht, dass das beliebte und schmackhafte Quellwasser noch einmal eine Renaissance erfährt. Vor acht Jahren wurden anlässlich der Einweihung des Wellness-Centers in der Moseltherme noch einmal 1500 Flaschen gefüllt. Inzwischen beträgt die Abfüllmenge rund 80 000 Flaschen pro Jahr.
Quelle http://www.volksfreund.de

Kein Wunder! Uns hat dieses Etikett auch sofort verzaubert.

Danach ging es dann zum Weingut von Thorsten Melsheimer.
Ein Familienbetrieb, der seit rund 200 Jahren feine Rieslingweine in den Steilhängen rund um Reil anbaut. Seit 1995 betreiben sie ökologischen Weinbau.
Seine Frau Stefanie machte mit uns dann spontan eine kleine Weinprobe.
Wir waren total begeistert von der Herzlichkeit und als sie uns dann noch ein Stück Speckkuchen (ich brauche das Rezept!) anbot, war es um uns geschehen.
Geordert wurden ein Riesling Kabinett feinherb 2009 vom Weingut Melsheimer und ein Riesling Kabinett trocken 2008 welcher ein Erzeugnis der “Bergrettung” ist.
Die Bergrettung ist ein Projekt der Winzergemeinschaft Der klitzekleine Ring. Dieser ist ein Zusammenschluss von elf Weingütern in der Umgebung von Traben-Trarbach. Sie befassen sich mit der Rettung und Pflege von wertvollen Weinbergen in Steil- und Steilstlagen, die sonst nicht mehr bewirtschaftet würden.
Das Weingut Melsheimer ist Teil dieser Gemeinschaft.
Da uns nicht nur der Name der Winzergemeinschaft, sondern auch das Projekt und vorallendingen der Wein sehr gefallen haben, hüpften natürlich auch ein paar Flaschen davon ins Körbchen.

Gegen Mittag erklommen wir bei herrlichstem Wetter den Berg zu der Grevenburg Ruine.
Oben angekommen zauberte Herr Klitzeklein ein paar Leckereien aus seinem Rucksack.

Mit Blick auf die Ruine, die Mosel und das kleine Städtchen, das unter uns lag, genossen wir unsere Brotzeit.
Weltklasse.

Auf dem Heimweg entdeckte ich dann den Traum jeder Frau. Schuhe die auf Bäumen wachsen.

Ich hoffe, unser klitzekleiner Ausflug hat euch gefallen.
Liebste Grüße,
Dani

Fotos_Herr Klitzeklein