Sommer in Paris – Ein klitzekleiner Reiseführer

Oder ‘Endlich Urlaub!’

Montag

Der Zug fährt, die Sonne lacht und der Mann neben dir, dein Mann, singt mit Kopfhörern auf den Ohren – aus denen anscheinend ‘All I want is you‘ von Barry Louis Polisar schallt – sein Salami-Ruccola-Ciabatta an. Du bereitest dich derweil mit einem Auszug aus ´Der Mann, der alles isst` auf das perfekte Baguette vor. Es ist zwischen 60 -70 cm lang, leicht abgeflacht, muss zwischen 250 – 300 g wiegen und kurz vor dem Backen mit fünf bis sieben diagonalen Einschnitten versehen werden. Die Kruste selbst ist leicht gebräunt, kross und knackig. Das Innere ist cremefarben, fast golden, aber nie knochenweiß und gekennzeichnet von einer verschwenderischen Fülle von unregelmäßigen, glänzenden Bläschen und Löchern, manche so groß wie Oliven. Du kannst es fast schmecken und die Frage, ob du tatsächlich finden wirst – DAS Baguette – lässt dich von diesem Moment an nicht mehr los.

Der Gare du Nord begrüßt euch mit dem blausten Himmel. Monsieur Petit erwirbt 2 x das 5 – Jours Paris Vistie-Ticket für etwa 31 €, damit ihr 5 Tage lang mit der Metro die Stadt erkunden könnt. Der Trolley zieht sich wie von selbst in das nahegelegene, saubere, aber nicht erwähnenswerte Hotel. Keine 30 Minuten nach dem Frischmachen steht ihr auf der Île de la Cité vor der Notre Dame

und mogelt euch an der kilometerlangen Touristenschlange vorbei ins Innere. Ob du jetzt noch in den Himmel kommst?

Die Hitze der Stadt verlangt nach einem Inselhopping und einem Eis von Berthillon auf der Île de St.-Louis. Nach einer kurzen Schrecksekunde vor der verschlossenen Eingangstür stellt deine Begleitung fest, daß die gigantisch deliziösen Eissorten auch in allen umliegenden Cafés angeboten werden. So kommst du in den Genuss von Caramel beurre sel und dein Kumpan schleckt begeistert Fruit de la passion und Mangue. Göttlich!

Ihr lasst euch durch die Stadt treiben und genießt das bunte Treiben in den Gassen. Oberhalb der Seine – Inseln liegen Louvre & Les Halles. Dort raubt dir E. Dehillerin fast den Atem.

Du schaust mit großen Augen das Matériel de Cuisine an. Kupfertöpfe, Pfannen und Backformen hängen von der Decke. Ausstecher, Schneebesen und vieles mehr ist in Fächern, Boxen und Behältern gut sortiert.

Im Hôtel du Nord, einem sehr netten Bistro mit altem Piano am Quai de Jemmapes beendet ihr den Tag bei hervorragendem Lammkotelett mit Gemüsecrumble und einem Bordeaux.

Dienstag
Das süße Leben wird in den nächsten Tagen noch exzessiver zelebriert, aber es wird sich auch körperlich verausgabt und somit ist das auf jeden Fall gerechtfertigt. Trotz des Metrotickets lauft ihr viele, viele, VIELE Wege zu Fuß.

So auch die vom Lonely Planet empfohlene Route durch Marais während der ihr in eine Messe in der Église St-Paul St-Louis stolpert,

einem bezauberndem Buchladenbesitzer bei der Reparatur seiner Lampe helft

und einen Innenhof mit einem kleinen Second-Hand-Laden entdeckt.

Das Viertel, in dem viele jüdische Familien

tief verwurzelt sind, besteht aus cremefarbenen Renaissancebauten und gehört wohl zu den schönsten der ganzen Stadt.

Die Reise ins Mittelalter beendet ihr bei Paul. Einer Patisserie-Kette, bei der man sich durchaus mal eine Tarte à la rhubarb gönnen kann.

Das Arrondissement hat weit mehr zu bieten, als atemberaubende Architektur. Dort gibt es auch nette kleine Läden, die zum Einkaufen einladen.

Du verknallst dich vom Fleck weg in den roten Fiat Cinquecento, der vor Merci steht. Ein ganz hinreißendes Themenkaufhaus mit ausgewählten Fundstücken.


Du erwirbst die natürlich schönsten, pastellfarbenen Kunststoffbecher der Welt für das nächste Picknick, aber am liebsten hättest du den ganzen Laden in deine Handtasche gepackt.

Eine klitzekleine Verschnaufpause mit Eis von Amorino “Hui, das ist aber eine Konkurrenz für Berthillon!” lässt sich ganz wunderbar am Place des Vosges vollführen.

Dann bist du auch nicht mehr ganz so traurig, daß du den besten Bagel von Sasha Finkelsztain

und das beste Karamell von Jacques Genin nicht probieren kannst, weil im Sommer halb Paris am Meer verweilt.

Der Hunger treibt euch ins L’as Du Falaffel, das dir zunächst wie eine Touristenfalle vorkommt, du aber dort den wohl besten Falaffel isst, den du je zwischen die Zähne bekommen hast. Überhaupt sollen die nächten Tage von BESTEN DINGEN nur so vollgestopft sein.
Es ist halt Paris.

Als ihr abends am Quai sitzt fühlst du dich bereits wie eine waschechte Parisienne.

Neben wildem Geplapper, Akkordeon-Musik, Salami, Wein und im T-Shirt um 22.30 Uhr willst du hier so schnell nicht weg.

Mittwoch
Den Tag wollt ihr mit einem verdammt guten Cappuccino beginnen. Nach langer Suche im Internet hast du zuvor DIE Quelle dafür aufgetan – Cotume. Als die netten Jungs euch dort erzählen, daß das Café wegen Renovierung geschlossen ist, man aber bei Telescopique auch einen oder sogar zwei trinken kann, und der Schuppen ebenfalls nicht geöffnet hat, brauchst du auf die Enttäuschung erstmal eine Brioche von La Patisserie des Revés

und eine klitzekleine Tarte au Citron. *die obere ist deine

Neben dir auf der Parkbank strahlt der Fotograf wie ein Hunigkuchenpferd, als er in seine knusprige Apfeltasche hineinbeißt. Schlagartig ist die Welt wieder in Ordnung.

Im Le Bonne Marché hast du den kleinen Vorfall vollends vergessen und verlierst dich in der riesigen, fabelhaften Feinkostabteilung in der ihr u.a. die teuersten und wohlschmeckendsten Tomaten des Universums erwerbt. Der Bonne Marché lässt dich an NY denken. Dort steht das Macy’s und da hast du dich genau so wohl gefühlt, wie hier. Das Make-Up von Nars, Unmengen an tollen Koch- und Backbüchern, sowie die Interieur-Abteilung lassen hier dein Herzchen ganz besonders hüpfen.

Nach einer kleinen Brotzeit im Jardin du Luxembourg

düst ihr zur ältesten Kirche von Paris, der die Notre Dame mal eben so den Rang abgelaufen hat.

St-Séverin ist wunderwunderschön und sie tut dir fast ein wenig leid, weil sie nicht so gefeiert wird, wie die Konkurrenz. Zu unrecht, wie du findest. Wer keine Lust auf Touristentrubel hat und dem Plätschern des Brunnens lauschen möchte, der ist hier ideal aufgehoben.

Im Gesamtpaket ist sie für dich die klare Gewinnerin, denn nach etwas Kultur kann man sich nebenan sofort O-Ton Monsieur Petit “DIE BESTEN Macarons ÜBERHAUPT!” abholen. Für ihn sind das die von Pierre Hermé und für mich die von Laudrée. Einen Fehler begeht man mit beiden garantiert nicht!

Karamel, Schokolade & Zitrone probiert ihr von Hermé

und Cotton Candy, Pistachio & Vanille von Laudrée.

Die Macarons lassen sich besonders gut an der Seine genießen, während ihr auf euer Boot wartet, das euch gemütlich zum Louvre schippert.

Donnerstag
Jetzt wirst du langsam hibbelig, denn das Wahrzeichen dieses Ortes hast du bisher nur aus der Ferne gesehen. Bei deinem letzten Aufenthalt in dieser Stadt konntest du ihm auch nur kurz zu winken, weil U2 quasi schon auf der Bühne stand. Damals kam er dir vor wie der Scheinriese aus Jim Knopf, nur umgedreht.

DA IST ER.


Riesig, wunderschön und “Ein Meisterwerk!” stellt der Mann fest. Der Tour Eiffel zeigt sich von seiner besten Seite. Sogar ein paar Schleierwölkchen hat er an den knallblauen Himmel bestellt, damit das Bild auch ganz besonders hübsch für die klitzeklein(en) Leser aussieht.

Noch völlig verzaubert schwebst du an der Oper vorbei ins La Fayette und kaufst dir eine Tasche. Preis egal. Da könntest du übrigens weitere S-T-U-N-D-E-N verbringen. Besonders in der gigantischen Schuhabteilung.

Doch mit dem ersten morgigen Augenaufschlag war klar, dass heute entweder das beste Baguette oder das beste Croissant ausfindig gemacht werden muss. Die Suche nach beidem hat euch bereits Jeffrey Steingarten abgenommen. Der gefürchtete und gefeierte Food-Kritiker der amerikanischen Vogue muss es ja wissen. Wir vertrauen. Die Sorge, dass der Patissier auch irgendwo am Stand liegt oder womöglich sogar mit den Jungs von Cotume Frisbee spielt, kannst du nicht von der Hand weisen.

Als du das kleine Lädchen

betrittst, es herrlich nach frisch Gebackenem duftet

und euch sofort das schönste Pain au chocolat

und DAS BESTE Croissant

ausgehändigt werden weißt du, daß heute ein ganz besonders guter Tag ist. Deine Geschmacksnerven jauchzen vor Glück, als du dir den ersten Bissen des wunderschönsten Blätterteigs einverleibst. Egal ob Pain au chocolat oder Croissant, es ist der Himmel.

Während du seelig auf die Seine schaust und dir höchstwahrscheinlich noch blättrige Reste an den Lippen kleben tüftelt der allerbeste Reiseführer bereits an der Route zur Basilique du Sacré Coeur de Montmatre, kurz Sacre Coeur.

Vor dem Moulin Rouge herrscht ein reges Treiben. Ihr verschwindet in einer kleinen Seitenstraße und entdeckt das Café aus ‘Die verrückte Welt der Amelie’,

das Haus von Vincent van Gogh und die zwei letzten echten Mühlen des Viertels.

Rund um die heiligen Hallen tobt der Bär. Du bist schwer damit beschäftigt die am Vormittag erworbene Handtasche ganz doll fest zu halten. Die wunderschöne Kirche thront währenddessen in aller Ruhe über der Stadt

und die Lage beschert euch einen unglaublichen Blick auf Paris.

‘Ob wir es wagen sollen heute auch noch DAS BESTE Baguette erstehen?’ DAS Baguette, DEINE Mission. Das Glück erneut herausfordern? Raoul Maeder wusste wohl, daß ihr kommt, als er morgens um drei Uhr in der Backstube stand und den Teig mit ganz besonders viel Liebe knetete. Genau das schmeckst du beim ersten Bissen in diese gebackene Offenbarung.

Ab jetzt findest du nie wieder Gefallen an dem übergroßen, gummiartigen Etwas, dass sie hier in der ortsansässigen Bäckerei unter dem Namen “Baguette” anpreisen.

Nach diesen beiden gustatorischen Highlights bist du eigentlich noch pappsatt, aber an der Pizza von Pink Flamingo in der Rue Bichat kannst du am Abend dann doch nicht vorbeigehen. Dein Gatte und der absolut hinreißende (Ist Bigamie in Frankreich erlaubt?) Franzose liefern sich folgenden Dialog bei der Bestellung:

Pizzaïolo “Le nom?”
Herr K. : “Klein.”
Pizzaïolo “Ähh, hä?”
Herr K. “Öhm, Petit!”
Pizzaïolo “Ahh, Littoel!” *beide lachen

Freitag
Das Quartin Latin schaut ganz verschlafen aus. In der Rue Mouffetard könnte man sich jetzt erneut den ganzen Tag den Leckereien widmen, aber heute ist euch nicht danach. Es ist der Abreisetag. Ihr gebt euch der Stimmung hin uns fahrt zum Cimetière du Père-Lachaise.

Dort liegen u.a Edith Piaf, Jim Morrison und Oscar Wilde.

Es fängt ein wenig an zu tröpfeln. Weinst du etwa? Ach Paris, du hast die Sache mit dem Timing einfach drauf.

Adieu, so schön war es mit dir!

Weitere Tipps

Kuchen & Tartes
Mamie Gateaux
Rose Bakery
Les Deux Abeilles

Markt
Marché des Enfants Rouge

Reiseführer
Lonely Planet Paris
Anmerkung der Reisenden: Die Karte des Lonely Planets zerstört sich nach 5-tägiger Nutzung von selbst.

Shops
Sentou
Home Autour du Monde

Ach!
Ja, der Wahnsinn. Vielen Dank für die zahlreiche Teilnahme an der Small Treasures – Verlosung! Nicole und ich sind ganz aus dem Häuschen. Weil das so wundervoll ist, hat Nicole noch ein paar Überraschungen in die bereits fertig geschnürten Päckchen gelegt. Ist das toll? Ich freue mich auch ganz besonders, daß der klitzekleine Blog so viele bezaubernde Leser hat. Das habe ich beim Lesen der Kommentare mal wieder festgestellt. Hach!

Und hier die Gewinner des Verpackungssets:

1. Tina ( Lieblingsartikel: Spitzendeckchen )
2. Sybille von kuchenkunst.jimdo.com
3. Franziska von www.Franzis-Zuckerstuebchen.blogspot.de

Bitte schickt mir eure Adresse über das Kontaktformlular, damit das Päckchen ganz schnell zu euch nach Hause kommen kann. *klick

♥ Dani

Fotos_Mein allerbester Herr K.

Paris davor!

Frollein K. notiert.

“Du musst noch ein wenig warten, bald bin ich da!”. Ich zähle die Tage.
“Hast du schon die Croissants im Ofen und die Sonne angeknipst? Hälst du mir ein Plätzchen frei in deinem schönsten Café?”

Kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht an dich denke. Male mir aus, wie es ist, wenn wir uns wiedersehn’, ich durch deine Gassen schlendre und deinen Duft einatme. Bis dahin höre ich dieses, jenes und welches – Musik, die mich an dich erinnert. Überbrücke die Wartezeit mit Filmen in denen du die Hauptrolle spielst.

Beim letzten Mal ging alles so schnell. Wir konnten uns gar nicht aneinander gewöhnen. “Diesmal bleibe ich ein wenig länger. Versprochen!.”

Paristipps von euch

Erinnert ihr euch? Vor einiger Zeit habe ich mal nach Paris-Tipps gefragt, denn ganz unvorbereitet mag ich auch nicht sein. Eingesammelt und wild sortiert sollen sie euch nicht vorenthalten werden. Außerdem habe ich ein paar wirklich schöne Parisberichte auf anderen Blogs entdeckt.
Viel Freude damit und los geht’s!

Sarah: Du musst, musst, musst einfach ins Quartier Latin!! Ist ein junges Viertel, mit Bars und Cafés udn Bistros an jeder Ecke, wunderbaren Secondhandshops, Plattenläden oder kleinen Krimskramsläden und nicht so überfüllt wie manch andere Teile von Paris.

Julchen: E.Dehillerin. Da findest Du alles was ein Back- und Kochherz nur so begehren koennte und es ist ein Erlebnis dort gewesen zu sein. 18 et 20, rue Coquillière – 51, Rue Jean- Jacques Rousseau

Ysi: Hinter der Kathedrale Notre Dame auf der Insel Ile Saint Louis gibt es an der Hauptstraße entlang ein paar hübsche, bunte kleine Lädchen. Unbedingt mal vorbeischauen 
- Zum Sitzen, Croissant essen und entspannen ist der Park bei den “Forum des Halles” in der Nähe des Centre Pompidou zu empfehlen. Um den Park gibt es viele Möglichkeiten, sich etwas zu essen zu besorgen, dann kann man sich auf eine Parkbank setzen und dem Treiben zusehen.

Scrapbella: Das Eis von Ladurée

Marlenarium: Decodelire! Eine Modemarke, die sooo süße Sachen herstellt! (Also Hauptsächlich Taschen.)

Dassi: Das Deux Moulin in Montmartre. Das ist das Cafe, wo die fabelhafte Welt der Amélie gedreht wurde. Ich gehe dort super gerne essen. 15 Rue Lepic.

Nadine: Unser erklärtes Lieblingsrestaurant in Paris: Lagalerie88 Tolle Pasta, tolle Weine. in Paris gibt es zwei (oder drei??? einen auf jeden Fall sehr zentral in “le Marais” und einen etwas außerhalb) Läden von “Antoine & Lilli”… sehr außergewöhnliche, nicht ganz günstige, aber wunderschöne Mode!!! (und der Laden außerhalb hat drei Läden nebeneinander, einen Frauenmode, einen Kindermode, einer geiler Dekoschnickschnack) http://www.antoineetlili.com/fr/page/adresses.html

Rebecca: In der Rue Saint Honore gibt es einige schöne kleine Bäckerein mit diversen Köstlichkeiten, liegt in der Nähe vom Louvre.

Jessica: Ich war vom Marais ziemlich begeistert: Tolle Second-Hand-Modeläden und der beste Falafel-Imbiss. Und für alle, die gerne kochen und essen: natürlich die Rue Mouffetard.

Andrea B.: Das Marais Viertel besuchen
( Schuhhandwerk nach Maß, Feinkost Finkelsztajn, Parfumerie Senteurs de Fée – Rue de Sévigne,
Tee trinken bei Mariage Frères, Rue du Bourg-Tibourg
und Kuchen, Kuchen, Kuchen essen bei Le Loir dans la Théière, Rue des Rosiers).

Sarah M.: Die abendliche Bootstour auf der Seine, vorbei am beleuchteten Eifelturm, die war wirklich schön.

Maria: Dann musst du unbedingt zu Ladurée, tolles Flair auch wenn sehr groß! Schon die Internetseite ist sooo schön: http://www.laduree.fr/fr/maisons/paris

Franzi: Brasserie Lipp oder das Cafe de Flore im Boulevard Saint-Germain

Silvia: Wenn ich in Paris bin, geht nichts über ein Eis (SORBET) von Berthillon auf der Ile St.- Louis. Ansonsten lobe ich immer die Metro, aber, um Ecken zu sehen, die man sonst nicht sieht, nehme ich gerne den Bus…einfach reinsetzen und treiben lassen. Das Carnet gilt auch für den Bus, müsste keine großen Umstände machen!

Joanna: Meine Paris Tipps:

1.”Minute Papillon” un 56, rue Nôtre Dame des Champs im 6 Arrondissement (tolle Geschenkideen,…)

2. Der Perlenladen Matière Première in 28 Rue de Turennein der Nähe vom Place des Vosges, der übrigens auch supertoll zum entspannen ist (Toller Laden zum Schmuckselbermachen mit süßen Anhängern, z.B Eiffeltürme, Macarons oder Tortenstücke, besonders die Bänder mit verschiedenen Mustern sind einen Blick wert…)

3. Ladurée: Schweineteuer und kein Geheimtipp, aber es lohnt sich.

Anne: Es gibt da einfach so viele zahlreiche wunderschöne Cafés, man könnte überall etwas essen!!! 
Besonders schön ist das Viertel Marais! Da musst du unbedingt einige Stunden einplanen!
Ansonsten ist der Laden http://www.e-dehillerin.fr/index.php
ein Knaller! Da gibt es ganz viel Pfannen, Töpfe und Backzubehör! Ein Paradies!

Karolin: Auf jeden Fall ab in die Bastille (Metro bis Place de la Bastille)- da gibts das wirkliche Paris zu sehen inkl. waschechter Franzosen avec Café au Lait und Gauloises rouge.. Bezaubernde Cafés, Patisseries, tollen Märkte und und und.

Esther: Paris ist toll.Nicht zu empfehlen ist der angeblich malerische Place du Tertre. Reiner Tourinepp. Schön ist die Rue Moufftard (viele hübsche Essläden) und zum Ausruhen (unbedingt vorher Proviant in einer Patisserie einkaufen) toll der Jardin de Luxembourg.
Zum Essen solltest du mal orientalisch / libanesisch probieren. Gib es da lecker “auf die Hand”, ganz praktisch für zwischendurch.

Tina: In Paris gibt es in der Nähe von Montmatre- am unteren Ende der vielen Stufen, die direkt zu Sacre-Coeur hochführen – ein total niedliches kleines Bistro mit leckeren Salaten, Omelettes und Snacks – Paris von seiner schönsten Seite.

Frau Müller: Mein Paris Tipp ist dieser Shop: http://www.merci-merci.com
 111 boulevard Beaumarchais, 75003 Paris

Diana: Für Paris empfehle ich Dir – wenn Du es nicht sowieso schon kennst – von David Lebovitz “The Sweet Life in Paris. So viele wundervolle Tipps!

Tipps von Bloggern

Luzia Pimpinella trödelt das schönste Besteck.
David Lebovitz isst sich für dich durch.
Ricarda steigert meine Vorfreude.
Roboti entdeckt das Par(ad)i(e)s.
Photisserie zeigt die Stadt von ihrer schönsten Seite.

Weitere Informationen, Blogartikel oder Bilder über Paris? Her damit!

♥ Dani

Weinlese im Tal der roten Trauben.

Ein Gastbeitrag von Herrn Klitzeklein.

Wie kommt man dazu bei der Weinlese zu helfen, obwohl man selber weder Verwandschaft, noch Freunde oder Bekannte in irgendwelchen Weingütern hat?

Rückblick
Wir schreiben das Jahr 2008.
Signora und Signor Cappellacci fragen uns, ob wir nicht Lust haben gemeinsam mit ihnen, am Nikolaus-Wochenende, an die Ahr zu fahren um es uns auf den dortigen Weihnachtsmärkten ein wenig gut gehen zu lassen.

Signor Cappellacci´s Tante empfiehlt uns das kleine Weindorf Dernau an der Ahr.

Dort übernachten wir und erkunden die umliegenden Weihnachtsmärkte. Irgendwann an diesem besagten Wochenende fällt uns ein Flyer in die Hände, auf dem mit großen Lettern geschrieben steht: “Mit allen Sinnen auf dem Rhein – erleben Sie eine Schlemmerreise auf der MS Schloss Ahrenfels!” Damit hatten wir also schon unser nächstes Ziel vor Augen.

Februar 2009.
An einem kalten nebligen Sonntagmorgen machen sich vier leicht verschlafene, jedoch voller Vorfreude vorangetriebene Freunde auf den Weg nach Bad Breisig. Um dort an dem SchlAhrVino-Event “Mit allen Sinnen auf dem Rhein” teilzunehmen. Dabei handelt es sich um eine kulinarische Schlemmerreise auf der MS Schloss Ahrenfels. Das 11!-Gänge-Menü wird von Jean-Marie Dumaine und seinem Team aus dem “Vieux Sinzig” zubereitet, wobei jeder Jungwinzer von der Ahr für einen bestimmten Gang einen Wein stellt. Zum Hauptgang “Eifeler Milchkalb” wird ein ganz besonders leckerer Rotwein serviert, der 2006er Nova (Spätburgunder im Barrique ausgebaut) vom Weingut Gebrüder Bertram aus Dernau.

Dieser Wein ist es letztendlich schuld, das ich wissen will wie die Traube in die Flasche kommt.

Dezember 2009.
Wie Signora Cappellacci immer so schön sagt “Was einmal war ist Tradition!”.
So sind wir wieder am Start zu den Weihnachtsmärkten an der Ahr. Auf dem Weg zum Lucia-Markt nach Rech fahren wir in Dernau vorbei und halten kurz beim Weingut Gebrüder Bertram an um zu eruieren, ob wir dort abends essen können. Signor Cappellacci steigt aus dem Auto aus, geht zur handgeschriebenen Tafel am Eingang des Weingutes, hält kurz inne und kommt dann wild fuchtelnd auf uns zu gelaufen um völlig aufgelöst darüber zu berichten was er gerade eben gelesen hat. “WURSTSUPPE, es gibt WURSTSUPPE!!!”
Wir drei Verbliebenen im Auto schauen uns fragend an und freuen uns mit ihm mit, man kann gar nicht anders (ohne überhaupt zu wissen was sich hinter Wurstsuppe verbirgt). Zur Wurstsuppe kommt dann noch hinzu, das sogar gerade Schlachtfest ist und es deshalb allerhand Leckereien gibt.

Also essen wir abends bei den Gebrüdern Bertram und melden uns direkt für Sonntagmorgen zur Weinprobe an.
Bei der Weinprobe erzählen wir dann, das wir dieses Jahr auf der MS Schloss Ahrenfels mitgefahren sind und so begeistert von dem Nova waren. So kommen wir dann ins Gespräch und ich erzähle Markus Bertram von meinem Wunsch einmal bei der Weinlese helfen zu wollen und mal hinter die Kulissen eines Weinguts schauen zu dürfen. Ich glaube zu diesem Zeitpunkt ist Markus noch sehr skeptisch, ob ich das wirklich ernst meine. Wahrscheinlich denkt er, der Wein würde aus mir sprechen.

Nach der Weinprobe entschliessen wir uns noch zum Essen zu bleiben und bestellen uns Schnitzel nach Wiener Art, der Beginn einer großen Liebe.

Von diesem Wochenende an besuchen wir die Gebrüder Bertram in regelmäßigen Abständen, um in den Genuß des Schnitzels und des leckeren Weines zu kommen. Immer wieder erwähne ich meinen waghalsigen Wunsch Lesehelfer zu sein. Irgendwann im Laufe des Jahres scheint es so, als habe Markus gemerkt das es doch nicht nur der Wein war der aus mir sprach, sondern das ich wirklich bei der Weinlese helfen möchte. So kommt es, das Signor Cappellacci und ich im September 2010 von den Gebrüdern Bertram eingeladen werden und mein Traum endlich wahr wird.

September 2010
Um 06:00Uhr klingelt der Wecker, der Gedanke “Was habe ich mir da nur angetan?” huscht kurz durch meinen Kopf. Ich gehe duschen und ziehe mich an. 06:30Uhr es klingelt an der Tür. Signor Cappellacci steht dort und schaut mich ein wenig vorwurfsvoll an. Er spricht es zwar nicht aus, aber ich denke er fragt sich gerade auch was er sich bzw. ich ihm da angetan habe. Da es allerdings kein zurück mehr gibt steigen wir ins Auto und fahren nach Dernau.

07:30Uhr Ankunft. Wir parken unser Auto und gehen Richtung Weingut, wo uns schon eine nette junge Frau erwartet. Es handelt sich um Britta, sie begrüsst uns völlig stürmisch und fragt uns ob wir schon von der gestrigen Sensation gehört haben. “Mandy ist gestern zur deutschen Weinkönigin 2010 gewählt worden!”. Sie erzählt es uns mit einer Euphorie, die wir wohl nur benutzen würden, wenn der 1.FC Köln Deutscher Meister werden würde. Wir schauen uns verwundert an und täuschen ein wenig Interesse vor, noch nicht ahnend was uns Sonntag Abend erwarten wird.

Nachdem alle Lesehelfer eingetroffen sind verteilen wir uns auf die Autos und fahren durch die Nebelschwaden in den ersten Weinberg. Oben auf dem Berg angekommen, werden wir mit einem wunderschönen Blick belohnt. Das ganze Tal verschwindet noch im Nebel und wir sind oberhalb der Schwaden im Sonnenschein samt strahlend blauem Himmel.

Nun wird es Ernst, die Einweisung beginnt.
Britta erklärt uns nun wie wir vorzugehen haben. Sie gibt uns unsere Winzerscheren und jedem von uns zwei rote Kisten. Gemeinsam mit ihr stehen wir nun im Weinberg und sie zeigt uns an der Spätburgunder-Traube (welche wir heute größtenteils lesen) worauf wir achten müssen.
“Man liest nicht blind alle Trauben, sondern trifft schon im Weinberg eine Auswahl. Es dürfen nur die reifen Trauben gelesen werden, zu erkennen an der matten Oberfläche. Auf gar keinen Fall die Glänzenden, diese sind nämlich noch viel zu sauer. Auch auf die Beeren innerhalb der Traube müsst ihr achten.
Faule, beschädigte und schimmelige Stellen müssen herausgeschnitten werden, weil diese Essigsäure beinhalten können.”

Sie gibt uns auch noch die Warnung mit auf den Weg “Das was ihr im Weinberg falsch macht, kann man im Weinkeller nur noch bedingt bis gar nicht mehr korrigieren!”. Spätestens jetzt sind wir bis in die Haarspitzen motiviert. Wir sind also nicht nur kostenlose Lesehelfer die man ausbeuten kann, sondern wir sind hier im Weinberg maßgeblich daran beteiligt, das aus dem Jahrgang 2010 ein guter oder schlechter Tropfen wird.
Wir lesen nun oben angefangen den Berg hinunter. Es ist so steil das ich mit meinen Reebok-Turnschuhen kaum halt auf dem Schiefer finde und immer wieder mehrere Meter hinabrutsche.
Wer hatte eigentlich die grandiose Idee Turnschuhe im Weinberg anzuziehen?

20 Minuten später höre ich einen Hilfeschrei von Signor Cappellacci, gefolgt von der Frage ob Pflaster im Auto sind. Spätestens jetzt fragen sich die Gebrüder Bertram ob es wirklich eine so gute Idee war uns beide mit in den Berg zu nehmen. Der eine rutscht mit seinen Turnschuhen immer ab und der andere verletzt sich selber schwer. Nach erfolgter medizinischer Versorgung kann es aber weiter gehen.

Nachdem unsere ersten Kisten voll sind fragen wir Britta “Was nun? Etwa wieder den Berg hoch?”.

Sie beruhigt uns, wir können die Kisten im nächsten Durchgang stehen lassen und uns neue nehmen, die dort auch schon auf uns warten. Die vollen werden später mit Hilfe eines Schlitten und der Seilwinde am Traktor den Berg wieder hochgezogen.
Nach 2,5 Stunden ist der erste Berg gelesen und wir am Ende unserer Kräfte. Hatte ich mir das nicht alles irgendwie romantischer vorgestellt?
Zur Belohnung erwartet uns nun ein Frühstück am Fuße des Berges, welches so gut schmeckt wie noch kein Frühstück zuvor. Die Romantik ist zurückgekehrt.

Nach dem Frühstück geht es in den nächsten Berg und so langsam stellen wir uns auch gar nicht mehr so ungeschickt an. Die Stunden verrinnen und es ist noch viel schöner als ich es mir vorgestellt habe. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und wir haben 25°C und keine einzige Wolke am Himmel.

Um 17:00Uhr ist der erste Tag vorbei und wir fahren gemeinsam mit unseren Trauben zurück ins Tal. Dort angekommen kommen die Spätburgunder-Trauben in die Abbeermaschine zum Entrappen (Trennen der Beeren von den Stielen). Anschließend werden die Trauben in die Maischebehälter gepumpt um dort eingemaischt zu werden.
Nun kann auch schon die Qualität der gelesenen Trauben überprüft werden. Dazu messen wir den Öchslegrad der Trauben, dieser gibt den Zuckergehalt der Beeren an. Je höher desto besser. Unsere Lese hat einen Öchslegrad von 88°, nicht schlecht für die Lagen die wir gelesen haben wie uns Markus sagt. Signor Cappellacci und ich strahlen um die Wette.
Einmaischen bedeutet das Zerreißen und Aufbrechen der Beerenhäute, das Freisetzen des Traubensaftes sowie das Mischen der festen und flüssigen Bestandteile der Trauben. Die Gärung findet dann entweder von selber oder unter zu Zuhilfenahme von Hefe statt. Nach der Gärung (Dauer mehrere Wochen) erfolgt die Pressung (Filterung) wobei die Maische in eine feste und eine flüssige Phase getrennt wird. Der vergorene Wein wird dann im Keller in Fässern oder Tanks ausgebaut.
Mensch, richtig was gelernt.

Den Abend lassen wir im Weinkeller gemeinsam mit Markus bei einer Fassprobe ausklingen. Währenddessen erklärt er uns wie unser selbstgelesener Wein später mal im Barrique-Fass ausgebaut wird.

Am nächsten Morgen sind wir um 07:00Uhr zum Frühstück verabredet. Signor Cappellacci und ich denken aber gar nicht daran aufzustehen. Zu sehr steckt uns der gestrige Tag noch in den Knochen. Nachdem Britta freundlich aber bestimmt an unsere Tür klopft und uns ein Ultimatum setzt, stehen wir doch auf. Wobei ich mich direkt wieder flach lege, weil meine rechte Wade noch außer Betrieb ist. Nach kurzer Katzenwäsche befinden wir uns auch schon wieder im Weinberg.

Dieses mal allerdings in nicht ganz so steilen Lagen, was uns sehr erfreut. Nach dem ersten Berg wird wieder gefrühstückt und wir kehren zu alter Stärke zurück. Während des Frühstücks erzählt uns Britta das Mandy heute Abend von der Wahl zur deutschen Weinkönigin zurückkehrt und das wir herzlich eingeladen sind sie willkommen zu heissen. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und sagen zu.
Nun geht es wieder in die nächsten Weinberge wo wir neben Spätburgunder auch Riesling, Frühburgunder und Portugieser-Trauben lesen.

Nach getaner Arbeit bringen wir unsere Trauben wieder zurück ins Tal. Dort angekommen trifft uns der Schlag. Aus dem verschlafenen Weindorf Dernau hat sich ein Mandy-Welcome-Back-Dorf verwandelt. Ganz Dernau ist auf den Strassen, überall hängen Fahnen und Banner mit Mandybildern, Mandysprüchen (wie “Wir sind Weinkönigin”) usw. Alle Winzer aus Dernau haben Wein gesponsert und es darf kostenlos angestoßen werden.
Signora Cappellacci und Frau Klitzeklein sind mittlerweile auch eingetroffen und wir erzählen ihnen mit leuchtenden Augen von unseren Heldentaten im Weinberg. Wir feiern noch bis spät in den Abend hinein, gemeinsam mit unseren neuen Freunden aus Dernau, die Heimkehr Mandys.
Je später es wird, desto trauriger werden wir, soll das Wochenende etwa schon vorbei sein? Die Gebrüder Bertram trösten uns jedoch mit den Worten “Ihr dürft jederzeit wieder bei der Weinlese helfen!”.

Und um Signora Cappellacci nochmals zu zitieren
“Was einmal war ist TRADITION!”

Und so sind wir auch wieder 2011 im Weinberg zu finden und helfen bei der Weinlese in Dernau.

Mittlerweile haben wir sogar schon unsere ersten selbstgelesenen Weine getrunken und wer weiß vielleicht sogar auch Du.

Fotos_Herr Klitzeklein

Amsterdam

Viel sehen, viel erleben und ein klitzekleines bisschen verlieben.

Ist es tatsächlich möglich eine ganze Stadt in nur drei Tagen zu erkunden?
Nein, wahrscheinlich nicht! ABER wir haben unser Bestes gegeben, soviel mitzunehmen, wie nur irgendwie geht.
Amsterdam hat so vieles mehr zu bieten, als Coffeeshops und das Rotlichtviertel.
Der Artikel sollte ursprünglich nur 15 Fotos beinhalten, geworden sind es 25.
Ich hoffe, der klitzekleine Reisebericht kann das Amsterdamgefühl ein wenig vermitteln und Amsterdam dein Herz auf dem Fahrrad erobern.

Auf geht’s!

Du denkst, du bist ein schlauer Fuchs und fährst mit dem Auto nach Amsterdam, direkt vor das Hotel.

Da wird es schon ein Parkhaus geben.
Weit gefehlt. Nach 2 1/2 Stunden Fahrt und einer vollen Blase bekommst du einen Wegweiser zu einem Parkplatz ausserhalb in die Hand gedrückt. Der Hotelboy erläutert nochmal die wichtigsten Punkte.
Jetzt schnell (15 Min.) zum Parkplatz düsen, den Wagen parken, dem Parkplatzwächter mitteilen, daß man drei Tage bleiben mag – somit die Preisvergünstigung mitnehmen – und in die Bahn springen.
Ratz fatz einchecken und im Hotelzimmer die Toilette stürmen.
Danach aufs Bett schmeissen und
“Ahhhh, endlich Urlaub!” seufzen.

Fünf Minuten später ruft die Neugier.
Ab auf die Strasse und das schwarze Büchlein gezückt.
In dem stehen alle wichtigen und unwichtigen Geheimtipps.

Einer befindet sich keine 200 Meter neben dem Hotel.
Melly’s Cookie Bar .

Nach einer Alfajores de Maizena und einem wirklich gutem Cappuccino fühlst du dich gleich angekommen.

Die Grachten, die wunderschöne Architektur und das Wetter verzaubern dich noch mehr.


Am liebsten möchte man ein Bötchen kapern und auf dem Wasser entlangschippern.

Wenn man sich dann doch nicht traut, dann kauft man sich einfach einen
Canal Bus Hop on Hop off Day Pass und kann mit diesem den ganzen Tag Amsterdam erkunden.
Das geht selbstverständlich auch mit dem Fiets, dem Hauptverkehrsmittel der Amsterdamer.
Hiermit werden im Wechsel Kinder, Handtaschen, Einkäufe und Möbel transportiert.

Sind die Autos noch so urig, werden sie doch meistens stehen gelassen.


Spätestens jetzt überlegt man ernsthaft, warum man nicht mit der Bahn in dieses Städtchen, das auf Holzpfählen steht, gefahren ist.
Doch schnell wirst du abgelenkt und zwar durch die unglaublich liebevoll eingerichteten Shops, die an jeder Ecke lauern.


“Hach, die Etageeeere!!!”

Selbst den kleinen UND grossen Kindern geht bei A space Oddity das Herz auf.

Wenn man ganz genau hinschaut, dann findet man sogar original verpackte Vintage Star Wars Figuren.
Falls gerade mal wieder der Papa vom Inhaber auf den Laden aufpasst, dann sollte man sich ruhig ein paar Minütchen oder auch gerne mal eine halbe Stunde Zeit nehmen. Hier lernt man Weisheiten für’s Leben!

Abends bevor man ins Bett geht, kehrt man noch bei Humphreys ein.
Das Mädel am Nachbartisch mit der extreeeeeem hellen, kreischigen Stimme wird nach dem ersten Glas Wein immer leiser.
Überhaupt hat man jetzt ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen, obwohl die Füsse qualmen.

Der nächste Morgen beginnt im Letting.
Hier ist es richtig schön gezellig.
“Gezellig” ist überhaupt das schönste Kompliment, daß du einem Niederländer machen kannst.
Und wo wir schon dabei sind – er auch nicht beleidigt, wenn du ihn Holländer nennst, obwohl das nur eine Provinz in den
Niederlanden ist.

Im Letting wird dann erst mal in sehr netter, heimeliger Atmosphäre gefrühstückt.

Dadurch, daß von den Gästen nur die Landessprache gesprochen wird, hat man das Gefühl, man gehört dazu.
Das Viertel um das Letting herum bleibt in besonders schöner Erinnerung. Den Donnerstag, an dem die Strasse voller Säcke steht, weil die Müllabfuhr kommt, blendet man völlig aus.

Ein kurzer Blick auf den Stadtplan.

Es warten das Rembrandthuis, das Rijksmuseum, das Anne Frank Haus oder das van Gogh Museum.
Überall sollte man so früh, wie möglich sein.

Der Regen macht dir nichts aus. Es gibt nur schlechte Kleidung, kein schlechtes Wetter.
Ausserdem kann man jetzt endlich mal die makkelijke Regenjacke tragen.

Die Tülpchen giessen sich heute mal von selber.

Nach soviel Kunst und Kultur brauchst du jetzt etwas, das deinen Insulinspiegel in die höhe treibt und du wieder Energie für den restlichen Tag bekommst.

Wie könnte das besser gehen, als mit phantastischer Schokolade von Pimm & Marcel van der Donk. Der Espresso ist auch mehr als gelungen und als du nachfragst, ob man die Espressotassen käuflich erwerben kann, bietet dir Marcel persönlich an Boot Koffie zu kontaktieren und dir ein paar Tässchen zuschicken zu lassen. Man fühlt sich hier wie im Paradies.

Der letzte Tag bricht an.
Ein bisschen wehmütig ist man schon, denn irgendwie mag man noch ein wenig bleiben.

Die letzten wichtigen Dinge werden noch eingekauft.
Und man spielt kurzfristig mit dem Gedanken sich hier so ein nettes Hausboot zu zulegen.

Die Stadt hat dich fasziniert. Die vielen Menschen aus aller Herren Länder, das offene gezellige Miteinander, die wunderschönen Häuser mit den kleinen Geschäften, die Grachten.

Dein Lieblingsbild ist dieses hier, weil es die Stadt irgendwie wiederspiegelt.

Eins ist auf jeden Fall klar!

Fotos_Herr und Frau Klitzeklein

Piemont

ein klitzekleiner Reiseführer.

Beste Reisezeit April

Zutaten

4 Freunde mit einer gut funktionierenden Leber
1 Volvo mit großem Kofferraum
wenig Reisegepäck, Anmerkung der Redaktion: “Nur ein Paar Schuhe!”

Am Abend vor Reisebeginn Picanha grillen und mit einem Frühburgunder vom Weingut Peter Kriechel die bevorstehende Reise einläuten.

Um 23:00 Uhr spätestens! ins Bett.
Den Wecker für 03:30 Uhr stellen und den Motor des Volvos um Punkt 04:00 Uhr starten. Frankreich ansteuern und den Sonnenaufgang bewundern.

Dort wartet das weltbeste Schoko-Croissant um ca. 08:30 Uhr. So schnell kann man gar nicht auf den Auslöser drücken wie das verputzt ist.

Sich die Laune am San Bernardino Pass/Tunnel nicht durch lange Wartezeiten verderben lassen, sondern zu “Dragostea Din Tei” von O-Zone im Auto abgehen. Welches man nur aus DIESEM Grunde auf seinem IPod gespeichert hat.

Im Aosta-Tal angekommen, eine Pizza essen und den ersten Anflug von Urlaubsgefühl geniessen. Um dieses Gefühl noch zu verstärken, hält man auf dem Weg zur Unterkunft in Castellinaldo immer wieder an, steigt aus und erfreut sich an der Landschaft.

Im “Il Borgo” das Gepäck ausladen, die Zimmer begutachten, für gut befinden und nach Alba düsen. Kurz vor dem Abendessen die erste Flasche Moscato d’Asti in einer netten Bar leeren. Dann zu “Da Ugo” schlendern, der einem ein paar Trüffel mehr auf die Pasta reibt und man nicht einmal im Ansatz mit der Wimper zuckt, wenn die Rechnung kommt.

Denn es ist Urlaub!

Mögliche Ausflugsziele

Weinprobe beim Winzer

Vor Reisebeginn hat man sich natürlich schon ausführlich erkundigt, welche Weingüter interessant sind.

Die Redaktion empfiehlt: Weingut Pace, Weingut Dosio und das Weingut Hilberg Pasquero.

Der Winzer an sich nimmt immer gerne Besuch entgegen. Befindet er sich gerade auf dem Markt, im Weinberg oder beim Mittagessen, sobald der Volvo auf den Hof rollt und er von der Verwandtschaft durch modernste Technik oder durch eine Glocke herbeigerufen wird, steht er parat und führt einen sofort in die heiligen Hallen, den Weinkeller.

Kaum hat man sich versehen wird die erste Flasche entkorkt, eine Packung Grissini aufgerissen oder ein Ziegenkäse in mundgerechte Stücke zerteilt.
Kurze Zeit später hat man ein seeliges Lächeln auf den Lippen.

Die Käserei

Direkt nach einem opulenten Frühstück oder einem Besuch in der Caffé-Bar

ins Auto springen.

Damit man auf dem Weg zur Käserei auch allerhand vom Piemont zu sehen bekommt, wählt man die Landstraße und nicht die Autobahn. Im Vergleich: Autobahn = 1 Stunde zu Landstraße = 3 Stunden.

Angekommen stellt man dann fest das die Käserei aufgrund eines Feiertages geschlossen hat und in dem dazugehörigen Käserestaurant alle Plätze für die nächsten 365 Tage reserviert sind. Dadurch lässt man sich nicht entmutigen, denn allein der Weg dort hin hat sich schon gelohnt.
Nun schnell umdisponieren.
Ab ans Meer, dort ist es ohnehin viel schöner.
Beschleicht einen ein leichtes Hungergefühl – ignorieren!
Jedes Restaurant auf dem Weg zum Meer ist entweder geschlossen oder es ist kein Platz mehr frei. Aber Obacht, dass soll so sein. Am Meer wartet nämlich eine kleine italienische Mamma in ihrem Strandpavillon, die sobald man sich hungrig sein Bäuchlein in kreisenden Bewegungen reibt und den Hundeblick aufsetzt, den Kochlöffel schwingt und die wohl beste Pasta con Pesce zaubert, die man je gegessen hat bzw. essen wird.

Abends geht man an der Promenade spazieren,

lässt alles stehen und liegen,

und rennt in der Ungerbotz ins Meer.

Man lebt nur einmal…

Besuch in Barolo und das Restaurant am Ende des Universums

Taschenmesser einpacken.

Zu einer Reise in den Piemont gehört selbstverständlich auch ein Ausflug nach Barolo. Hier lockt das vielversprechende, jedoch alles schuldig bleibende, ViMu – Museo del Vino. Die 4 x 7 Euro sparen und dafür lieber einen guten Wein kaufen

und sich diesen am Fuße des Castellos mit Salumi und leckerem Käse einverleiben. Hier kommt auch das gute Opinell-Taschenmesser, aus Olivenholz, zum Einsatz. Danach schlendert man noch etwas durch die Gässchen von Barolo.

Bevor man die Reise zum Restaurants am Ende des Universums antritt, macht man einen Abstecher nach Mango.
Dort steht man zum wiederholten Male vor den verschlossenen Türen eines Moscato-Winzers. Hier gibt es keine hilfsbereiten Verwandten und auch keinen Hof auf den man mit seinem Volvo rollen kann. Da man bis zum letzten Tag nicht aufgibt den Winzer doch noch zu erreichen und kläglich scheitert, kauft man sich nun in einer ortsansässigen Vinothek eine Flasche Moscato d’Asti mit einem 300%-igem Aufschlag, um diese auf einem kleinen Hügel mit einer wunderschönen Aussicht geniessen zu können.

Der Keks, der morgens in einer kleinen Bäckerei in Alba gekauft wurde, macht das Glück perfekt.

Jetzt macht es einem auch nichts, wenn mehrere Serpentinen auf und ab und wieder zurück gefahren werden, auf der Suche nach dem Restaurant am Ende des Universums. Dieses erscheint dann urplötzlich aus dem Nichts.

Hier wird eine abnorme Menge und Anzahl an Speisen in kürzester Zeit gereicht. Alles natürlich “Slow-Food”, etwas anderes käme nicht in Frage.

So muss der Himmel sein, Piemont!

Fotos und Artikel_Herr und Frau Klitzeklein